Zugvogelmusik Musiker*innen 2018


Konzert 2018 | Musiker*innen 2018 | Zugvögel 2018 | 2017


Nana & Grace (Ghana)

Inzwischen sind Nana & Grace schon richtige Nordlichter: 1990 gründete der aus Ghana stammende Nana Acheampong mit seinen „Talking Drums“ die erste afrikanische Band in Norddeutschland, die bald an jeder Milchkanne, aber auch in jeder Disko spielte und afrikanische Musik mit Schmackes unter das Volk brachte. Zwanzig Jahre später löste sich die Band auf, aber zwei blieben übrig: Natürlich Bandleader Nana, und dazu die charismatische Grace Yeboah, die vorher schon bei einigen Auftritten als Sängerin im Einsatz war.

Die beiden sind seitdem Freunde und machen hin und wieder zusammen Musik. Für die Zugvogelmusik haben sie gleich drei traditionelle Lieder ausgegraben, bei denen (Zug)Vögel im Mittelpunkt stehen. im ersten Lied geht es um eine Königin, die ihr Volk auffordert, den Zugvögeln etwas zu Fressen zu bringen, das zweite sagt “schießt nicht auf die Zugvögel, wir brauchen sie” und im dritten freuen sich die Frauen, weil mit den Zugvögeln die fruchtbare Zeit kommt. – Grace Yeboah (Gesang), Nana Ernest (Talking Drums, Konga)


“Feel free to sing with me” – Maria Solheim aus Norwegen

Maria Solheim (Norwegen)

Wollte man die Musik von Maria Solheim in eine Schublade stecken, wäre es eine sehr bunte, sehr volle Schublade – von klassischem Pop bis zu schrägem Indie-Sound hat sie eine große Breite an Stilelementen auf Lager. Und wie in einer solchen Schublade finden sich zufällig immer wieder besondere Überraschungen. Auch für die Künstlerin selbst, denn sie verarbeitet in ihrer Musik ganz persönliche Geschichten und Gefühle, und das fördert manchmal unverhofft längst Vergessenes zutage, was ihrer Musik etwas sehr Eindringliches verleiht. 

Gesungen hat Maria auf Wunsch der Eiderente die Lieder “Ei kvinnehand”, ein Lied über die Frauen, die zu Hause alles regeln und hoffen, dass ihre Männer von der See zurückkommen, “Emeli”– das davon handelt, dass auch in Zeiten großer Misere einfach nur ein Vogel vorbeifliegen muss, um wieder Hoffnung zu haben, und schließlich den Psalm “Jeg er i Herrens hender”, in dem es um die verschiedenen Stadien im Leben geht, wie zum Beispiel morgens um den Sonnenuntergang. – Maria Wildén (Gesang, Gitarre), Audun Haugeplass (Fender Rhodes)


Laura la Risa y Compana mit feurigen Flamenco-Füßen

Laura la Risa y Compaña (Spanien)

Laura kommt vom klassischen Ballett (Ausbildung in Berlin und London), aber dann brannte in ihr die Leidenschaft für den Tanz ihres Heimatlandes. Sie studierte Flamenco in Madrid und Berlin, tanzte in vielen Kombos, bringt Kindern und Erwachsenen den Flamenco bei, konzipiert schon seit 1995 eigene Tanztheaterstücke. Der Wiesenpieper hält sich gern in der spanischen Extremadura auf und hat sich deshalb diese Künstlerin und ihre Compaña gewünscht. Die Stücke, die wir in der Kulturetage gesehen haben, heißen “Alegrías”, “Colombianas” und “Solea por Bulerias”. – Juan Cárdenas (Gesang, Perkussion), Carlos Hamann “El Canario” (Gitarre), Laura La RisaWinniee Fee GoldaPaulina Kündgen (Tanz)


Schon zum zweiten Mal dabei: La Caravane du Maghreb

La Caravane du Maghreb (Marokko, Algerien)

Nachdem die Caravane bei der Zugvogelmusik-Premiere  im Jahr 2017 gleich mehrere Zugaben spielen musste und das Oldenburger Publikum förmlich von den Sitzen riss, ist sie auch dieses Jahr wieder dabei, denn nicht nur die Heringsmöwe ist großer Fan, sondern wie sich herausstellte auch der Kiebitzregenpfeifer.

Ihre Musik ist eine Mischung aus marokkanisch-andalusischer Folklore und traditionellem Gnawa. Die Stücke, die teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammen und neu interpretiert und bearbeitet werden, sprühen vor Energie und Rhythmus wie die drei, die die Caravane in Oldenburg gespielt hat: “Azerzour”, “Fatma” und “Allah moulana”. – Youssef Belbachir (Mitte; Gesang, Bendir), David Beck (Gimbhri, Oud), Miloud Messabih (Darabouka, T’Bal), Redha Bendib (rechts im Bild; Darabouka, Bendir), Mokthar Mechai (links; akustische Gitarre, Gesang) La Caravane du Maghreb


Ansu Mane von A.M. Gayo & U-Free aus Guinea Bisseau

A.M. Gaio & U-Free (Guinea Bissau, Kongo)

Die Pfuhlschnepfe ist musikalisch sehr breit aufgestellt. Letztes Jahr hat sie sich Musik aus Russland und Sibirien gewünscht, dieses Jahr sollte es aus Afrika sein, und nicht irgendjemand, sondern Gaio. Er ist in der afrikanischen Musik ein großer Name. Mit seiner Band U-Free spielt er Reggae, Funk, Afrobeat und traditionelle Musik.

Die Stücke, die Frontmann Ansu Mane selbst schreibt, werden überwiegend in seiner Muttersprache, dem guineabissauischen Kreol gesungen, aber auch in Portugiesisch und Englisch. Die bei der Zugvogelmusik 2018 gespielten Stücke heißen: “Gaio cana tá”, “cabu misquinhann-tam” und “allie na bai”. – Ansu Mane (Gitarre, Kora und Gesang), Benjamin Kalaka (Saxofon), Ashete (Gesang, Konga), Constantin (Bassgitarre)


Ein Sänger zum Pferde stehlen: Robert Lee Fardoe aus Wales

Robert Lee Fardoe (Wales)

Zugvögel und Musiker haben vor allem gemeinsam, dass sie sich an mehreren Orten wohlfühlen. 2006 zog Robert von Hawarden (Wales) nach Berlin – und ist geblieben, zunächst als Straßenmusikant, dann aber auch als Host von Open Stages, auf denen junge Talente auftreten.

In der Musikindustrie ist er noch nicht gelandet, weil ihm Freiheit und Unabhängigkeit wichtiger sind als alles andere. Und dabei produziert er einen hitverdächtigen Song nach dem anderen, oft in seiner walisischen Muttersprache, meistens aber auf Englisch. Würde es die portugiesische Sehnsuchtsmusik aus den Spelunken Lissabons, den „Fado“ auf Englisch geben – es wäre seine Musik. Songs: “Stealing Horses”, “Dac’wnghariad” und “Vagabond Song”. – Robert Lee Fardoe (Gesang, Gitarre), David Beck (Banjo), Feelings (Chor)


Der Jugendchor Feelings aus Harpstedt bzw. vom Fresenhof

Feelings (Harpstedt, Niedersachsen)

Auf der Suche nach Künstlern aus der Region Oldenburg sind wir schließlich wieder in Hatten gelandet, im Caruso-Kindergarten “Alte Dorfschule”. Wer 2017 dabei war, erinnert sich an das großartige Lied über die Nonnegans und den noch großartigeren Chor dazu, der schnatternd auf die Bühne flatterte. Alina, eine der Erzieherinnen war sofort Feuer und Flamme und schlug ihren Chor “Feelings” vor, der 2011 gegeündet wurde und der mit eigenen Musical-Interpretationen in der Region auftritt. Das passte!

Für das Zugvogelmusik-Konzert leisteten sie Robert Lee Fardoe mit seinem “Vagabond Song” kräftigen Support und legten dann mit “Fresenhof” von Knut Kiesewetter ein wunderschönes  Liedchen nach, das das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss. – Von links: Luis VillarAntonia Greenway, Neele HellbuschLara HaakeFrederike WindhusenAlina WenkeAlina Kolweyh und Bjarne Kolb (alle Gesang)


“Kauf mir Stiefelchen, Kleidchen, Pelzchen, sonst kauft es mir ein anderer!”
Marina Butt vom Russischen Trio weiß, wie der Hase läuft

Russisches Trio (Russland)

Juri Butt hat in seiner Heimatstadt St. Petersburg Musik studiert und blieb der Hochschule erst einmal treu – als Professor für Akkordeon. 1966 zog er nach Deutschland, und ein Jahr später gründete er das Russische Trio, um Lieder zu spielen, die er noch im Gepäck hatte, und zwar so, wie sie in der Heimat gesungen werden. Damit tritt er in ganz Europa auf. Musiker kamen und gingen, und heute spielt Juri mit seiner Frau Marina und dem Balalaika-Spieler Igor Bujanov.

Und alles, was wir über russische Folklore denken, wird wahr, denn hier erleben wir Leidenschaft, Spielfreude und tiefe Melancholie der russischen Seele. Und so waren dann auch ihre Lieder: “Ivanchen” (“Kauf mir Stiefelchen, Kleidchen, Pelzchen, sonst kauft es mir ein anderer!”, “Shojito Svon” (“ich habe mich in einen Schönling verliebt, ich werde für ihn die perfekte Braut, ich werde für ihn kochen wie keine andere”, “Stradanija” (“Mich erfreut der Vogelgesang im Garten und ohne Sascha kann ich nicht leben”) und zum Schluss das Kosakenlied “Dosvidanje”(Ein Fräulein verabschiedet sich, um ein freier Vogel zu sein). – Juri Butt (Gesang, Akkordeon), Marina Butt(Gesang, Klatsche, Löffel, Rassel) und Igor (Balalaika)


„Ich will nach Hause, es ist so schön” – Njamy Sitson aus Kamerun

Njamy Sitson (Kamerun)

Stimmwunder, Multiinstrumentalist, Märchenerzähler und Tierstimmenimitator. Njamy spielt Bamileke-Musik aus seiner Heimat, dem Grasland Kameruns. Sie wird in Medumba gesungen, einer Sprache, in der Akzente die Tonhöhe für die jeweilige Silbe angeben. Er war bereits bei der Premiere der Zugvogelmusik 2017 dabei und riss das Publikum schon vor der Pause zu Standing Ovations hin. Njamy begleitet sich selbst auf Instrumenten, die wie die Standtrommel mannshoch sein können oder wie die Sanza so groß wie eine kleine Kalebasse. Die Lieder, die ihr bei der Zugvogelmusik 2018 gehört habt, heißen “Touhdeu”, “Monzeu” und “Licht”– Njamy Sitson (Gesang, Conga, Sanza, Ngoni)


Und zum Schluss: Das große Finale

Alle Fotos: Melanie Stegemann für Zugvogelmusik

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