Spotkanie

Polnischer Chor Berlin

Spotkanie, polnisch für Begegnung, nennt sich der Deutsch-Polnische Chor aus Berlin. Er steht für das Zusammentreffen der Nachbarländer beim Singen. Gegründet wurde der Chor 1989 von Urszula Badura-Schmidt und Josef Wilkosinski, der bis heute Chorleiter ist.

Jährlich macht der Chor eine Reise nach Polen und gibt mehrere Konzerte in Deutschland. Im Repertoire sind deutsche und polnische Kunst-, Kirchen- und Volkslieder. Für das Projekt „Heimatlieder“ sind dreizehn der Chorsänger für die Aufnahmen ins Studio gegangen.


1. Góralu, czy ci nie zal

Gorale, sag, tut`s dir nicht Leid  
Dich zu trennen von deinem Land
Der dunklen Wälder und Almen so weit
Und der Bäche silbernem Band 
Gorale, sag, tut’s dir nicht Leid
Gorale, kehr zurück zu den Almen so weit
 
Und der Gorale, er schaut hinauf zu den Bergen
Getrübt von Tränen sein Blick
Von den Bergen müssen wir  scheiden 
Die Not, mein Herr, sie allein läßt uns leiden
Gorale, sag, tut’s dir nicht Leid
Gorale, kehr zurück zu den Almen so weit

Anonym, übertragen von Marie Erlwein

Gorale, sag, tut’s dir nicht leid ist ein Lied aus Südpolen, aus dem Tatra-Gebirge in den Karpaten, der Autor ist nicht bekannt. Es erzählt vom Heimweh eines Bergbewohners (einem Goralen), der die Almen und Wälder des Brotes wegen verlassenen musste. Im 19. Jahrhundert wurde es nur in Südpolen gesungen, heute ist Gorale ein Lied, das jeder Pole kennt und das bei vielen Gelegenheiten gesungen wird. Dazu beigetragen hat Karol Józef Wojtyla, er stammte aus dieser südpolnischen Gegend. Als er als Papst Johannes Paul II nach Rom ging, sangen die Polen ihm dieses Lied bei seinen öffentlichen Auftritten, in Rom und in Polen, immer wieder vor. Gorale ist von Anfang an im Repertoire des Deutsch-Polnischen Chores. Für die polnischen Mitglieder ist es eng mit ihrer persönlichen Geschichte, dem Verlassen der polnischen Heimat verbunden.

2. Czemuzès mnie, matulenko

Warum nur hast du mich, 
Mütterlein,
verheiratet
da ich mich 
auf die Hauswirtschaft 
noch nicht verstand.
Und von der Welt 
noch nicht genossen hatte…

Anonym, aus Kujawien

Warum nur hast du mich, Mütterlein, verheiratet ist ebenfalls anonymer Herkunft, es stammt aus der Region Kujawien im nördlichen Zentralpolen an der Weichsel. Es ist das Abschiedslied einer Frau, die ohne ihre Zustimmung verheiratet wurde. Sie fühlt sich noch nicht reif für das Eheleben, sondern sehnt sich danach, noch mehr von der Welt zu sehen und mit den jungen Leuten die Nacht durch zu singen und zu tanzen.  

Gorale, sag, tut’s dir nicht leid und Warum nur hast du mich, Mütterlein, verheiratet sind zwei traurige Volkslieder aus dem 19. Jahrhundert. In dieser Zeit war das Gebiet des heutigen Polens durch Russland, Österreich und Preußen besetzt – viele melancholisch-sehnsuchtsvolle Lieder entstanden. In der sozialistischen Zeit der Volksrepublik Polen wurden solche Lieder in den Schulen gesungen, da sie als Ausdruck des Polentums galten.

Mehr Informationen zu Spotkanie: WWW.DEUTSCH-POLNISCHER-CHOR-BERLIN.EU

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